Testspiel-Blamagen

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Festival der Peinlichkeiten

Wenn die Schweizer Nati zu Testspielen antritt, sollte man nie viel erwarten. Ein spielerisches Feuerwerk sowieso nicht. Die Chancen auf eine grandiose Blamage stehen aber immer gut. Eine Liste der grössten Misstritte der letzten 20 Jahre.

Von Mämä Sykora

 

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DAS SPIEL
18.2.2004: Marokko – Schweiz 2:1

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE:
«Jämmerlich, peinlich, blamabel: Oje! 1:2 gegen Marokko C»

Im dümmsten Moment hatte Marokko einen Lauf. Unerwartet stiess das Nationalteam bis ins Finale des Afrika-Cups vor, dementsprechend bescheiden war die Lust der Helden, kurz darauf ein Freundschaftsspiel gegen die Schweiz zu absolvieren. Sämtliche Kaderspieler verabschiedeten sich nach dem Erfolg in den Urlaub oder kehrten lieber zu ihren Arbeitgebern zurück. Erst nach Protestnoten der Schweizer Delegation versicherte der marokkanische Verband, doch noch irgendeine Nationalmannschaft aufstellen zu können. Es wurde ein Team aus lokalen Spielern, Junioren und dem Ersatztorhüter als einzigen Titular.

Das Spiel, auf das die Schweizer so gedrängt hatten, war noch schlimmer als die Posse darum herum. Vier Monate vor der EM in Portugal leistete sich die Nati einen unterirdischen Auftritt. Wertungen gefällig? «Freis Tor war nicht einmal ein Ehrentor, weil es eine Schweiz ohne Ehre war.» (Tages-Anzeiger) «Ohne Tempo, ohne Spielfluss und ohne Inspiration» (St. Galler Tagblatt) «Wie ein böser Traum und ein Rückfall in alte, schlimme Zeiten» («Südostschweiz) «Eine Vorstellung, die zu denken geben muss» («Neue Luzerner Zeitung»).

Nichts davon mitbekommen hatte übrigens Marokkos Nationaltrainer Badou Zaki. Er sei müde gewesen und darum nicht zum Spiel erschienen.

Marokko B – Schweiz 2:1 (0:0) – Moulay Abdellah, Rabat. – 3000 Zuschauer. – Tore: 79. Ajeddou 1:0. 82. Iajour 2:0. 91. Frei 2:1. – Schweiz: Stiel; Haas, Henchoz (86. Zwyssig), Müller, Spycher (46. Berner); Huggel (46. Cabanas), Vogel (46. Celestini), Wicky; Hakan Yakin (78. Rama); Frei, Chapuisat (64. Streller).

 

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DAS SPIEL
13.9.1995: Luxemburg – Schweiz 1:1

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Senhor Jorge, so wird unsere Nati morsch!»

Aller Anfang ist nun mal schwer. Der Portugiese Artur Jorge hatte das schwere Erbe des zu Inter Mailand abgewanderten Roy Hodgson anzutreten. Wohl um ihm den Einstand zu erleichtern, wurde als Gegner im ersten Spiel Europas Schiessbude Luxemburg ausgewählt. Die Spieler fühlten sich wohl. Alain Sutter gab zu Protokoll: «Ich kann mir vorstellen, dass ich mich bei Jorge sehr wohl fühlen werde.» Diese Meinung hat er spätestens dann revidiert, als er aus dem EM-Kader gestrichen wurde.

Damit auch gar nichts schief gehen kann, liess Jorge allen Ernstes hinter geschlossenen Toren trainieren. Er wolle mit den Spielern ungestört und unbeobachtet Eckbälle und Freistösse üben, den Gegner später damit überraschen.

Überrascht waren die Luxemburger dann höchstens darüber, wie leicht ihnen das Spiel gemacht wurde. Nach 7 Minuten traf Cardoni zur Führung, kurz vor der Pause erhöhte er beinahe noch. Jorges Männer waren gemäss «Blick» «so harmlos wie die Kelly Family auf der Bühne». Nur weil der Luxemburger Keeper einen harmlosen Sforza-Freistoss ins eigene Netz lenkte, konnte die totale Blamage abgewendet werden.

Luxemburg – Schweiz 1:1 (1:0) – Josy Barhel, Luxemburg – 1937 Zuschauer. – Tore: 8. Cardoni 1:0. 75. Vega 1:1. – Schweiz: Pascolo; Hottiger, Herr (61. Vega), Henchoz, Quentin; Ohrel (69. Koller), Colombo (46. Grassi), Sforza, Sutter (61. Fournier); Knup, Chapuisat (61. Comisetti).

 

malsui

DAS SPIEL
9.2.2011: Malta – Schweiz 0:0

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Pest-Spiel!»

Seinen Rücktritt hatte Alex Frei mitten in der EM-Quali bereits angekündigt. Und der ehrgeizige Basler warnte eindringlich davor, seine Abschiedstour mit einer Peinlichkeit gegen Malta einzuleiten: «Wir haben einmal den Fehler gemacht, nur 85 Prozent unserer Möglichkeiten zu bringen. Prompt verloren wir gegen Luxemburg. Das wird uns nie mehr passieren.»

Er sollte recht behalten. Denn dieses Mal konnte Hitzfelds Truppe den Fussballzwergen standhalten. Nach zwei Minuten durfte eben jener Alex Frei vom Punkt antreten – und versagte. Aus dem Spiel kreierten die Schweizer gegen die drittschlechteste Mannschaft Europas keine Chancen, und auch der zweite Elfmeter – diesmal ein Kullerball von Inler – brachte kein Tor ein. So endete der «Dauerknorz zum Wegschauen» («Basler Zeitung») mit 0:0. Den Grund für die Blamage hatte Hitzfeld umgehend parat: «Uns fehlte die Frische. Einige unserer Spieler hatten noch kaum Spielpraxis.» Da hat man natürlich gegen die maltesischen Amateure einen argen Nachteil, die nach einem harten Tag im Büro oder auf dem Bau in aller Frische zum Kick auflaufen können. Hitzfeld war indes nur vom Resultat enttäuscht. Die Leistung fand er – wohl als einziger Zuschauer überhaupt – ansprechend.

Malta – Schweiz 0:0 – TaQali, La Valletta. – 3000 Zuschauer. – Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, von Bergen, Grichting (32. Affolter), Ziegler; Derdiyok, Inler (73. Fernandes), Schwegler (41. Dzemaili), Stocker (62. Shaqiri); Frei (80. David Degen), Yakin (46. Streller). – Bemerkungen: 2. Frei verschiesst Handspenalty; 57. Inler verschiesst Foulpenalty.

 

suican

DAS SPIEL
15.5.2002: Schweiz – Kanada 1:3

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Peinlich: Köbi, wen wollt ihr überhaupt noch schlagen?»

Nein, das sei kein Second-Hand-Länderspiel, versprach Köbi Kuhn und verlangte: «Die Gruppe soll sich nochmals zusammenraufen und einen würdigen Saisonschlusspunkt setzen.» Ein Sieg sei natürlich Pflicht. Die kanadische Spielerdecke war schliesslich derart dünn, dass St. Gallens Daniel Imhof unbestrittener Stammspieler war.

Der wenig beachtete Aufritt – deutlich mehr interessierte die Medien die Ausmusterung von Chapuisat bei GC – verkam zur grossen Peinlichkeit. Vorne versiebte vor allem N’Kufo in Serie, hinten reihte sich Lapsus an Missverständnis. Doch Köbi Kuhn sah auch Positives: «Es ist uns gelungen, 46 Minuten lang recht gut zu schlafen.» Nicht lustig fand dies der «Blick»: «Ironie ist fehl am Platz, Köbi! Es schlägt Alarm!»

Schweiz – Kanada 1:3 (0:2) – Espenmoos, St. Gallen – ­ 4000 Zuschauer.­ – Tore: 20. Radzinski 0:1 38. Stalteri 0:2. 47. Radzinski 0:3. 80. N’Kufo 1:3. ­ Schweiz: Zuberbühler (46. Borer); Haas (46. Zellweger), Henchoz, Murat Yakin (63. Zwyssig), Fournier; Lonfat (46. Di Jorio), Müller (46. Cantaluppi), Wicky; Lombardo (59. Sesa); N’Kufo, Hakan Yakin.

 

suipol

DAS SPIEL
28.2.2001: Polen – Schweiz 4:0

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«So hat es keinen Sinn!»

Ein wichtiges WM-Qualifikationsspiel gegen Jugoslawien stand für Enzo Trossero an, weshalb er nie müde wurde, die Wichtigkeit dieses Tests gegen Polen zu unterstreichen: «Ich will, dass der Motor der Mannschaft von Beginn weg auf vollen Touren läuft!» Hoffnung machte auch Ryszard Komornicki, der in der «Aargauer Zeitung» verriet: «Die Schwächen der Polen sehe ich im Offensivbereich.»

Einige Natispieler verspürten wenig Lust auf einen Ausflug nach Zypern, so kamen auch einige Notnagel zum Handkuss: Giorgio Contini war erstmals dabei, Quentin hatte man wieder ausgegraben und selbst Lugano-Raubein Dario Rota bekam Auslauf. Die polnische Offensive stellte sich dann als gar nicht so harmlos heraus. Für vier Tore gegen die heillos überforderte Schweizer Hintermannschaft reichte es jedenfalls gerade noch. Die Leistung würdigte der «Tages-Anzeiger» mit deutlichen Worten: «Es war jämmerlich, erschreckend, grauselig, peinlich, blamabel, himmeltraurig, es war alles zugleich, einfach eines Nationalteams unwürdig.» Einhellig rieten die Medien, für das anstehende Jugoslawien-Spiel doch besser Forfait zu erklären. Dann verliere man wenigstens nur 0:3.

Schweiz – Polen 0:4 (0:2) – Anorthosis Stadium Famagusta, Larnaca (Zypern) – 400 Zuschauer. – Tore: 21. Olisadebe 0:1. 45. Karwan 0:2. 59. Hajto (Foulpenalty) 0:3. 90. Krzynowek 0:4. – Schweiz: Pascolo; Zellweger, Henchoz (67. Mazzarelli), Zwyssig, Fournier; Cantaluppi (54. Esposito), Müller (71. Rota), Celestini, Comisetti (32. Quentin); Contini (54. Yakin), Chapuisat.

 

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DAS SPIEL
23.2.2000: Vereinigte Arabische Emirate – Schweiz 1:0

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Bös versagt!»

Die Situation war ungemütlich: Gress war schon wieder passé, interimistisch führte Hans-Peter «Bidu» Zaugg die Nati. Und während der Verband nach einem grossen Namen suchte, sprangen die Spieler in die Bresche und setzten sich lautstark für den bisherigen Assistenztrainer ein. «Wir wollen Bidu!» machte Captain Sforza unmissverständlich klar. Und dieser fühlte sich geschmeichelt: «Endlich kann ich zeigen, was ich kann!»

Nun, er hatte wohl nicht seinen besten Tag. Nach Protesten gegen drei Schirientscheide in Folge wurde Zaugg nach gerade mal zwei Minuten auf die Tribüne verbannt. Kurz vor der Pause flog auch Henchoz wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz. Aber auch als nach einer Stunde wieder numerischer Gleichstand herrschte, kriegten die Schweizer kaum etwas auf die Reihe – und kassierten nach einem Konter sogar noch ein Gegentor. Der «Tages-Anzeiger» hielt dies für «einen arabischen Scherz». Im Bewerbungsverfahren machte sich dieser desolate Auftritt der Nati für Bidu Zaugg nicht sehr vorteilhaft. Ihm wurde dann doch Enzo Trossero vorgezogen.

Vereinigte Arabische Emirate – Schweiz 1:0 (0:0) – Sultan Qaboos Sports Complex, Muscat (Oman). – 200 Zuschauer. – Tor: 86. Haider Ali 1:0. – Platzverweise: 43. Henchoz, 68. Ibrahim. – Schweiz: Pascolo; Haas, Henchoz, Jaquet, Fournier (88. Bühlmann); Gerber (46. Hodel), Sforza, Cantaluppi (78. Sascha Müller), Comisetti; Rey (78. Hakan Yakin), Thurre.

 

luxsui11

DAS SPIEL
15.11.2011: Luxemburg – Schweiz 0:1

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Diät-Sieg: Nur 1 Luxemburgerli vernascht»

Wenn die Schweizer Nati unter Hitzfeld gegen krasse Aussenseiter antrat, war das immer lustig. Nur für die Nati selber nie. Auf die Niederlage in der WM-Quali gegen Luxemburg folgten Geknorze und Ausrutscher gegen Estland, Zypern, Malta oder Liechtenstein. Im November 2011 traf die Schweiz mit Luxemburg zum dritten Mal im Jahr auf so einen Fussballzwerg. Es war die dritte Möglichkeit, die schwache EM-Qualifikation etwas vergessen zu machen. Doch auch daraus wurde nichts.

«Es schien, als hätte ein Geist alle mit einem Schild «Fussballspielen verboten» versehen», umschrieb die «Basler Zeitung» die ungeniessbare Vorstellung. Granit Xhaka hatte die Schweiz früh in Führung gebracht, danach bekamen die Zuschauer nur noch verschleppte Angriffe, ungenaue Zuspiele und erschreckende Ballverluste zu sehen. Der Aufritt war so unansehnlich, dass selbst Matthias Hüppi sich kaum erholen konnte und seinem Partner Alain Sutter verzweifelt zurief: «Unter dem Strich – so geht es ja nicht!»

Nur einer fand – wie immer – den Aufritt ganz in Ordnung: Ottmar Hitzfeld. Bloss während des Spiels geriet er kurz in Rage: Nämlich als er den mangelnden Einsatz der sich einlaufenden Ersatzspieler monierte. Der Ärger legte sich, als ihm sein Assistent Michel Pont eröffnete, dass die an der Seitenlinie schlurfenden Kicker Spieler des Gegners seien.

Luxemburg – Schweiz 0:1 (0:1) – Josy Barthel, Luxemburg. – 852 Zuschauer. – Tor: 9. Xhaka 0:1. – Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner (70. Rüfli), Von Bergen (88. Nef), Klose, Rodriguez; Inler (46. Fabian Frei), Fernandes; David Degen (63. Shaqiri), Xhaka (64. Dzemaili), Mehmedi (61. Costanzo); Derdiyok.

 

suijap

DAS SPIEL
11.9.2007: Schweiz – Japan 3:4

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Dumm, dümmer, am dümmsten»

Im neuen Stadion in Klagenfurt sollte mit einem «Turnier der Kontinente» der Countdown zur EM eingeläutet werden. Und der fiel gegen Japan ganz leicht: Nach 13 Minuten lag die Schweiz bereits 2:0 vorne. Doch dann kam Valon Behrami: Innerhalb von 38 Minuten der zweiten Halbzeit kassierte die Nati vier Gegentore, drei davon hatte der Lazio-Akteur verschuldet, zwei Mal hatte er einen Japaner im Strafraum penaltyreif gefällt.

Das die Häme über den Stolperer nicht ganz so heftig ausfiel, lag vor allem daran, dass Co-Gastgeber Österreich bei diesem Turnier noch schlechter abschnitt. Was den «Blick» freilich nicht davon abhielt, den Nati-Trainer einmal mehr zu ermahmen: «Heute sind es noch 268 Tage bis zur EM. Es gibt noch viel zu tun, Herr Kuhn!»

Schweiz – Japan 3:4 (2:0) – Wörthersee-Stadion, Klagenfurt. – 19’500 Zuschauer. – Tore: 11. Magnin 1:0. 13. Nkufo (Handspenalty) 2:0. 53. Shunsuke Nakamura (Foulpenalty) 2:1. 68. Maki 2:2. 78. Shunsuke Nakamura (Foulpenalty) 2:3. 81. Djourou 3:3. 92. Yano 3:4. – Schweiz: Benaglio; Behrami, von Bergen (87. Eggimann), Senderos, Magnin; Huggel (68. Celestini), Inler (78. Djourou); Vonlanthen (71. Lichtsteiner), Margairaz (46. Yakin), Spycher (46. Barnetta); Nkufo.

 

suiger

DAS SPIEL
26.3.2008: Schweiz – Deutschland 0:4

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Köbi, du Wurst!»

51 Jahre, 4 Monate und 5 Tage war es her seit dem letzten Schweizer Sieg über Deutschland. Die Zeit war reif für den Coup. Der «Blick» vor dem Spiel angriffig: «Die Deutschen belächeln uns – noch!»

Und auch die Nati legte los wie die Feuerwehr – und war nach einer halben Stunde schon platt und planlos. Chancenlos ging die Schweiz 0:4 unter. Löw fand zwar, der Sieg sei unverdient hoch ausgefallen, schenkt man der Analyse des «Blicks» Glauben, war die Nati damit hingegen noch gut bedient: «Wir haben kein System! Die Spieler kapierten Köbis neue Aufteilung überhaupt nicht, stolperten wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen über den Platz. Er nimmt die Realität nur noch verzerrt wahr.» Die überreifen Deutschen marschierten übrigens kurz darauf bis ins EM-Finale.

Schweiz – Deutschland 0:4 (0:1) – St.-Jakob-Park, Basel – 38 500 Zuschauer (ausverkauft) – Tore: 23. Klose 0:1. 61. Gomez 0:2. 67. Gomez 0:3. 89. Podolski 0:4. – Schweiz: Nkufo (46. für Derdiyok), Gygax (58. für Behrami), Von Bergen (75. für Senderos), Vonlanthen (80. für Barnetta), Yakin (83. für Frei), Huggel (87. für Gelson).

 

omasui

DAS SPIEL
10.2.1999: Oman – Schweiz 1:2

DIE «BLICK»-SCHLAGZEILE
«Mini-Sieg statt «Stängeli»

Nach der verpassten WM 1998 war die Reihe an Gilbert Gress, einen neuen Anlauf für das Erreichen einer Endrunde zu nehmen. Kein einziger Sieg gelang dem Team in dessen erstem Amtsjahr, dies sollte die Teilnahme an einem hochkarätig besetzten Dreiländerturnier im fussballverrückten Oman ändern. Der Gastgeber startete mit einem 0:7 gegen Slowenien, was gleich mehrere hiesige Medien dazu verleitete, den bisherigen Rekordsieg der Nati (9:0 gegen Litauen 1924) gegen «die naiven Jünglinge des Fussball-Entwicklungsstaates» («Neue Luzerner Zeitung») anzupeilen. Oder in den Worten von Murat Yakin: «Die Omanis waren hinten löchrig wie ein Schweizer Käse.»

Doch erstens kommt es anders, und zweitens kamen die Schweizer nach der frühen 2:0-Führung durch eine Doublette von Comisetti ganz schön ins Schwimmen – vielleicht eigeschüchtert von den sagenhaften 400 Zuschauern. Die Omaner setzten gar noch einen Elfmeter an den Pfosten. Erschreckt zeigte sich der «Bund» vor allem über «die Stumpfheit des Angriffs». Gress hingegen lobte die «gut organisierte Abwehr des Gegners». Manchmal reicht eben schon ein Käse, um Angriffe zu stoppen.

Oman – Schweiz 1:2 (0:2) – Sultan Qaboos Sports Complex, Muscat (Oman). – 400 Zuschauer. – Tore: 9. Comisetti 0:1. 33. Comisetti 0:2. 90. Mohamad Mubarak 1:2. – Schweiz: Schweiz: Pascolo; Yakin; Hodel, Zwyssig; Wicky (57. Jeanneret), Vogel, Sforza, Di Jorio (46. Fournier); Sesa (66. Rey), Chapuisat (83. Chassot), Comisetti (46. Bühlmann).

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