aus unserem shop

Fast 300 skurrile Fakten auf 48 Seiten, schräge Anekdoten und komplett überflüssige Statistiken, wie ihr sie von der letzten letzten Seite unseres Hefts bereits kennt. Klassisches unnützes Fussballwissen eben.
Im Shop erhältlich. 

ZWÖLF empfiehlt

Magazin – Archiv

Ausgabe verpasst? Übersicht über alle bisherigen Ausgaben im Heftarchiv.

Mediadaten

Die aktuellen Mediadaten vom ZWÖLF. Bei Fragen einfach Mail an durisch@zwoelf.ch

Admin

Helfer der Eichhörnchen

Mit Sion holte Alain Gaspoz dreimal den Cup. Doch zum Volkshelden wurde er erst in seiner zweiten Heimat Benin. Heute kämpft er als Trainer mit den Tücken des afrikanischen Alltags. Dabei will er vor allem seinem Land helfen.

Text: Claudio Spescha

März 2003, Cotonou. Das Nationalteam Benins empfängt mit den «Black Stars» aus Ghana eines der grossen Teams des afrikanischen Fussballs. Mit dabei: Alain Gaspoz, Profi bei Servette Genf, 32-jährig, Schweizer. Gaspoz erinnert sich: «Als wir ins Stadion einliefen, hörte ich die rhythmischen Lieder der ghanaischen Fans. Da sah ich unsere Fans an und bemerkte, dass alle still waren und zu Boden blickten. Es war wie bei einem Auswärtsspiel. Das konnte ich nicht verstehen. Ich war richtig aufgebracht.» Umso motivierter und aggressiver geht der Neuling ins Spiel. «Jedes Mal, wenn ich gefoult wurde, stand ich gleich wieder auf. Ich liess mich nie pflegen. So etwas hatten sie noch nie gesehen. In Afrika bleibt man bei jedem kleinen Foul eine halbe Minute lang liegen. Es wird viel Theater gespielt. Als meine Mitspieler mich so sahen, folgten sie meinem Beispiel. Die ganze Mannschaft begann, aggressiver zu spielen.» Die Mühen werden belohnt. 20 Minuten vor Schluss wird Gaspoz mit einem Steilpass lanciert und schiesst das entscheidende Tor – das Tor zum ersten Sieg Benins über eine grosse afrikanische Mannschaft. Es wird das einzige Tor bleiben, das er für Benin erzielt. Alain Gaspoz widmet das Tor seiner Mutter, das Publikum feiert ihn mir Sprechchören wie «Yovo, Yovo» (weisser Mann, weisser Mann). Ein perfekter Einstand für den Westschweizer, der nur eines seiner 32 Lebensjahre in Benin verbracht hatte. Das Tor macht den «weissen Mann» auf einen Schlag bekannt. Seither ist er überall im Land ein gern gesehener Gast.

 

Am Sterbebett der Mutter

Alain Gaspoz wird 1970 als Sohn eines Schweizer Diplomaten und einer afrikanischen Mutter in der Hafenstadt Cotonou in Benin geboren. Als er ein Jahr alt ist, lassen sich seine Eltern scheiden. Der Vater zieht mit den Kindern für ein paar Jahre nach Madagaskar. Dann kehrt er in die Schweiz zurück und lässt sich im Kanton Freiburg nieder. Alain Gaspoz und seine drei Geschwister wachsen beim Vater auf. Zur Mutter besteht kein Kontakt, über 30 Jahre lang.Mit 32 Jahren und nach einer schwierigen Scheidung erinnert sich Gaspoz seiner afrikanischen Wurzeln. Über eine Tante hat er erfahren, dass seine Mutter im Sterben liegt. Mitte Dezember 2002 reist Alain Gaspoz mit seinen beiden vier- und fünfjährigen Kindern nach Benin und trifft in Cotonou seine schwer kranke Mutter und seine afrikanische Verwandtschaft. Doch das Wiedersehen ist von kurzer Dauer. Am Weihnachtstag stirbt die Mutter an Leukämie.

Nach dieser tiefgreifenden Erfahrung beschliesst Alain Gaspoz, dass er dem afrikanischen Land helfen will, zu Ehren seiner Mutter. Gaspoz will für die Nationalmannschaft Benins spielen. Kontakte zum beninischen Verband bestehen bereits seit Mitte der Neunzigerjahre. Bisher hat der Westschweizer aber immer dem Werben Benins widerstanden, weil die Schweizer Nationalmannschaft lockte.

1996 spielt Alain Gaspoz eine erfolgreiche Saison beim FC Sion und wird von Rolf Fringer für die Nati aufgeboten. Fringer versichert ihm, dass er ihn zusammen mit Bernt Haas für die Position des rechten Aussenverteidigers vorgesehen hat. Gaspoz rückt mit einer leichten Verletzung ins Trainingslager ein und kommt darum nicht zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft. Ein paar Wochen später erleidet er einen Kreuzbandriss im rechten Knie. «Da war der Zug für die Nationalmannschaft abgefahren.»

So bestreitet Alain Gaspoz sein erstes Länderspiel erst im März 2003 – für Benin, gegen Ghana. 17 weitere Länderspiele werden in den nächsten fünf Jahren folgen. Er spielt zunächst im offensiven Mittelfeld, später als rechter Aussenverteidiger. «Les écureuils du Bénin», die Eichhörnchen von Benin, wird die Mannschaft im eigenen Land genannt. Der Name ist umstritten. Gerade seitens der Politik werden immer wieder Versuche unternommen, die Mannschaft umzutaufen und ein wilderes oder imposanteres Tier als Emblem zu wählen. Schliesslich nennt man die Fussballer der Elfenbeinküste auch «Elefanten», jene aus Nigeria «Super Eagles» oder diejenigen Kameruns «unbezähmbare Löwen». Vor zwei Jahren schlug der Sportminister vor, die beninische Fussballauswahl in «Panther» umzutaufen. Am Afrika-Cup 2010 trat die Mannschaft aber wie gewohnt als «Eichhörnchen» an.

 

Unerwartete Erfolge

Alain Gaspoz braucht zwei bis drei Jahre, um sich an das Leben und die Kultur in Benin zu gewöhnen. Die Unterschiede sind enorm, auch im Fussball. Wegen der Hitze und der Luftfeuchtigkeit ist es gar nicht möglich, mit der gleichen physischen Intensität Fussball zu spielen wie in Europa. Das erfährt Gaspoz sehr schnell am eigenen Leib: «In den ersten Trainings und Partien in Afrika spielte ich so, wie ich es von der Schweiz her gewohnt war. Ich verlangte den Ball in der Offensive und rannte dann wieder nach hinten, um den Ball von Neuem zu erobern. In der Schweiz konnte ich so etwas bis zu zehn Mal in 20 Minuten machen. In Benin dachte ich nach drei Sprints, ich müsste sterben. Ich konnte wegen der Luftfeuchtigkeit kaum atmen und musste mich ausruhen. Meine Mitspieler lachten mich aus.» Die Spieler, die Alain Gaspoz 2003 im Kader Benins antrifft, sind technisch zwar teilweise sehr gut, haben aber grosse taktische Mängel. Es ist eine Mannschaft ohne Stars. Will sie Erfolg haben, muss sie diszipliniert und solidarisch spielen und kompakt stehen. «Das ist uns Schritt für Schritt gelungen. Wir waren eine Gruppe von 12, 13 Spielern, die international mithalten konnten und gut eingespielt waren. Grössere Mannschaften mit Spielern, die in Europa unter Vertrag standen, hatten diese Qualitäten nicht. Wenn man pro Woche drei Spiele mit Chelsea hat, hat man keine Lust, sich in einem Länderspiel zu verletzen. Wir haben unsere Erfolge erzielt, weil wir ein Team waren.»

Der Erfolg stellt sich unerwartet rasch ein. Die Nationalmannschaft qualifiziert sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte für den Afrika-Cup. Und der Premiere am Turnier von 2004 in Tunesien folgen die Qualifikationen für die Afrika-Meisterschaften von 2008 in Ghana und 2010 in Angola. Respektable Erfolge für dieses kleine westafrikanische Land, das knapp mehr Einwohner hat als die Schweiz und das heute noch per Inserat Fussballer sucht, die die Staatsbürgerschaft Benins besitzen. Trotzdem: Bis heute ist Benin nie über die Vorrunde eines Afrika-Cups hinausgekommen. An jeder Endrunde lief irgendetwas schief.

 

Die Politik mischt mit

Während des Turniers von 2004 in Tunesien findet Alain Gaspoz heraus, dass Benin mit der grössten Delegation in der Geschichte des Afrika-Cups an das Turnier gereist ist. Während der Staat viel Geld für die grosse Delegation lockermacht, sehen die Spieler kaum etwas von den Prämien, die ihnen für die Qualifikation zustehen würden. Das Geld fliesst in andere Taschen. Die afrikanischen Spieler wagen es aber nicht, sich zu wehren. Als die Mannschaft nach dem zweiten Spiel (0:4 gegen Marokko) von den Politikern harsch kritisiert wird, bringt dies das Fass zum Überlaufen. Alain Gaspoz erklärt vor dem letzten Gruppenspiel gegen Nigeria seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und vertraut sich vor dem Rückflug in die Schweiz den Journalisten an. Die Affäre wird publik und zu einem nationalen Skandal, infolge dessen gleich mehrere Minister entlassen werden.

Zwei Jahre später überredet der neue Sportminister unter dem Druck der Fans Alain Gaspoz zu einer Rückkehr in die Nationalmannschaft Benins. Der Westschweizer steht in seiner letzten Saison beim FC Sion. Im Sommer 2007 beendet er seine Karriere als Profifussballer, bleibt aber der Nationalmannschaft erhalten. Die letzten Qualifikationsspiele für den Afrika-Cup 2008 bestreitet er als Amateurfussballer. Er ist inzwischen Spielertrainer beim Walliser Zweitliga-Club FC Bagnes und arbeitet Vollzeit bei einem Sportausrüstungsgeschäft in Martigny. Sein ehemaliger Präsident Christian Constantin gibt ihm die Möglichkeit, sich beim FC Sion für den Afrika-Cup vom Januar/Februar 2008 in Ghana fit zu halten. Dort wird Gaspoz mit fast 38 Jahren der älteste Spieler des Turniers sein.

Doch das Turnier in Ghana steht unter einem schlechten Stern, sowohl für Alain Gaspoz selbst als auch für die Mannschaft Benins. Der Verband entlässt den Trainer, der die Mannschaft an die Endrunde gebracht hat, und ersetzt ihn drei Wochen vor dem Turnier durch den Deutschen Reinhard Fabisch. Gaspoz: «Die Zeit war einfach zu kurz, um die Mannschaft richtig kennenzulernen, auch wenn die Beziehung zwischen der Mannschaft und Fabisch gut war. Fabisch liess die Mannschaft zu vorsichtig und zu defensiv spielen. So verloren wir das kapitale Auftaktspiel gegen Mali – eine Mannschaft, gegen die wir noch nie verloren hatten.» Gaspoz selbst verspürt zwei Tage vor dem ersten Spiel eine grosse Müdigkeit. Es sind die ersten Anzeichen einer Malaria-Infektion. Für das zweite Spiel gegen die Elfenbeinküste muss der geschwächte Gaspoz Antibiotika einnehmen. Benin verliert gegen Didier Drogba und Co. mit 1:4. Das Turnier ist gelaufen, und die Nationalmannschaftskarriere von Alain Gaspoz geht ohne Exploit am Afrika-Cup zu Ende. Trotz der schwierigen Gruppe ist Gaspoz überzeugt, dass eine Überraschung möglich gewesen wäre. Dasselbe gelte auch für den diesjährigen Afrika-Cup in Angola. Statt mit einer Qualifikation für die K.-o.-Runde endete das Turnier von 2010 für Benin jedoch mit der Auflösung der Nationalmannschaft. Der Verband warf den Spielern «Erpressung, mangelnden Patriotismus und schlechtes Benehmen» vor. An den Resultaten kann es kaum gelegen haben. Immerhin erzielte Benin gegen Mosambik ein Unentschieden. Und die Niederlagen gegen den Turniersieger Ägypten (0:2) und Nigeria (0:1) sind auch nicht wirklich ein sportliches
Fiasko.

 

Kein Vertrag, kein Geld

Zurzeit versucht man in Benin ein neues Nationalteam aufzubauen. Dabei will man auf die Auslandstars wie den Mittelfeldspieler Stéphane Sessegnon von Paris Saint-Germain verzichten und ganz auf Spieler aus der lokalen Meisterschaft setzen. Dass das ein schwieriges Unterfangen ist, hat kürzlich eine 0:2-Niederlage in einem Freundschaftsspiel gegen Niger gezeigt.

Auch Alain Gaspoz soll seinen Teil zu einem neuen Nationalteam Benins beitragen. Im Sommer 2009 beginnt er seine Arbeit als Junioren-Nationaltrainer. Gaspoz bricht seine Zelte im Wallis ab und zieht mit seiner Verlobten und dem gemeinsamen dreijährigen Kind nach Westafrika. Ein Wechsel von den Walliser Alpen ans Meer, ein Umzug vom beschaulichen Bagnes in die Nähe der Hafenstadt Cotonou, des wirtschaftlichen Zentrums von Benin. Alain Gaspoz soll im Land seiner Mutter eine Juniorenbewegung aufziehen. Mittlerweile ist er seit acht Monaten im Land, und trotzdem konnte er seine eigentliche Aufgabe noch gar nicht antreten. Gaspoz wartet nämlich immer noch auf seinen Vertrag, obwohl man ihm seit drei, vier Monaten ständig versichert, dass er ihn bald erhalten sollte. Das ist aber bei Weitem nicht das einzige Hindernis. Das Sportministerium von Benin hat wenig Geld. Das Budget ist zwar gesprochen worden, doch vom zugesicherten Geld hat Alain Gaspoz bisher noch keinen Rappen gesehen. Gaspoz bleibt geduldig, auch wenn die Zusammenzüge für die Juniorenauswahlen noch warten müssen. Stattdessen konzentriert er sich auf andere Aufgaben. Davon gibt es im beninischen Fussball genug. So konnte erst im letzten Herbst überhaupt wieder eine professionelle Meisterschaft auf die Beine gestellt werden (die frühere Meisterschaft war an Korruptionsfällen gescheitert). Seit vier Monaten finden Meisterschaftsspiele in einer zweiten Division statt, und Ende April soll es in der dritten Division losgehen. Gaspoz selbst trainiert eine Mannschaft aus der ersten Division, die Association sportive du port autonome de Cotonou (ASPAC). Von dieser Arbeit auf Klubebene sollen auch die nationalen Auswahlen profitieren. Derzeit befinden sich vier ASPAC-Spieler im Kader der neuen Nationalmannschaft. Gaspoz ist begeistert von seiner Aufgabe, die neben der fussballerischen immer möglichst auch eine soziale Komponente hat: «Ich habe motivierte Spieler, deren Ziel es ist, sich zu verbessern und Benin so schnell wie möglich zu verlassen, um eine Karriere im Ausland zu machen. Darauf will ich sie vorbereiten. Wenn ein Fussballer den Sprung ins Ausland schafft, bedeutet das, dass hier 20 bis 30 Personen besser leben können.» Zwei ASPAC-Spieler haben Benin seither bereits in Richtung Österreich und Skandinavien verlassen.

 

Der Mäzen

Wenn Gaspoz nicht mit seinem eigenen Verein beschäftigt ist, beobachtet er Spiele und Spieler und hält nach Talenten für die nationalen Auswahlen Ausschau. Noch weit entfernt ist man in Benin jedoch von einer nationalen Juniorenmeisterschaft. Daher hat Alain Gaspoz zusammen mit ein paar Mitstreitern ein Projekt entwickelt, das einen Grundstein dafür legen könnte: ein Juniorenturnier unter benachteiligten Stadtquartieren. Nur fehlt es bis jetzt noch am Material für die 12- bis 16-jährigen Jugendlichen. Alain Gaspoz hofft deshalb auf Hilfe aus der Schweiz (siehe Kasten).

Im Aufbau begriffen ist zudem ein nationales Ausbildungszentrum (nach dem Vorbild der französischen Centres de Formation), wo man talentierten Fussballern gratis auch eine Schulbildung ermöglichen will. Wenn ein Jugendlicher seine Zeit im Ausbildungszentrum durchlaufen hat, soll er sich entweder einem anderen Ausbildungszentrum in Europa anschliessen oder eine europäische Universität besuchen können. Gaspoz wird in diesen Bestrebungen von drei anderen europäischen Trainern unterstützt, die ebenfalls in Benin als Klubtrainer tätig sind. Möglich gemacht hat dies Sébastien Ajavon, ein reicher beninischer Industrieller, der sein Geld im Import-Export-Geschäft mit Tiefkühlprodukten gemacht hat. Gemäss Gaspoz ist Ajavon eine der Schlüsselpersonen für die Zukunft des Fussballs in Benin. «Viele Leute sind wirklich daran interessiert, dass sich
etwas entwickelt. Wenn ich mit solchen Leuten spreche, fühle ich mich bestätigt. Sie teilen meine Begeisterung für unsere Projekte.»

Überhaupt: Vieles ist zurzeit im Aufbruch begriffen im kleinen westafrikanischen Entwicklungsland, das zwischen Togo und Nigeria liegt und von Frankreich vor 50 Jahren in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Politisch stabil ist die Lage bereits seit 20 Jahren. Nun soll es auch wirtschaftlich aufwärtsgehen. Gaspoz hält grosse Stücke auf den Präsidenten Boni Yayi, der seit 2006 im Amt ist: «Der jetzige Präsident hat die Korruption stark bekämpft, die Infrastrukturen ausgebaut und viele internationale Firmen ins Land geholt. Wenn man ihn zu Ende regieren lässt, wird er seine Ziele zur Erneuerung von Benin erreichen. Seit ein bis zwei Jahren kehren viele ausgewanderte Béninois zurück und investieren ihr Wissen im Land. Wir sind noch am Anfang dieser Entwicklung, aber es geht in eine gute Richtung.»

Bei allem Herzblut und trotz aller positiven Zeichen hält sich bei Gaspoz aber auch eine gewisse Skepsis. Die administrativen Hürden, das feuchtheisse Klima und die immer noch präsente Korruption seien manchmal schon ermüdend, meint er. Und radikale Änderungen werde es in Benin wohl kaum geben, auch nicht im Fussball. Vieles hänge davon ab, ob man langfristig arbeiten und auch in die Ausbildung der Trainer vor Ort investieren könne. Im August wird Alain Gaspoz sehen, ob er ein weiteres Jahr in Benin anhängt. «Es hängt auch davon ab, ob die Verantwortlichen meine Vision von der Arbeit auf dem Spielfeld teilen. In afrikanischen Ländern ist es schwierig, etwas auf mehrere Jahre hinaus zu planen. Meine Arbeit ist zwar auf Langfristigkeit angelegt, aber ich weiss trotzdem nicht, wo ich in einem Jahr sein werde.»

 

Alain Gaspoz wird am 16. Mai 1970 in der Hafenstadt Cotonou in Benin geboren. Seine Mutter stammt aus Benin. Sein Vater, ein Schweizer Diplomat, ist Walliser. Gaspoz wächst in Neyruz im Kanton Freiburg auf. Er debütiert 1989 beim FC Fribourg in der Nationalliga B, seine erste von acht Stationen im Schweizer Elitefussball. Den Schritt in den Profifussball und in die höchste Schweizer Spielklasse macht er mit 22 Jahren beim FC St. Gallen (1992–1994). Es folgen die Stationen Winterthur (1994/95), Sion (1995–1998), Lugano (1998–Dezember 1999), FC Zürich (Januar 2000–Juni 2000), Lugano (2000–2002), Servette Genf (2002/03), FC Aarau (2003/04) und FC Sion (2004–2007). Seine grössten Erfolge feiert Alain Gaspoz beim FC Sion, mit dem er ein Mal Schweizer Meister (1997) und drei Mal Cupsieger wird (1996, 1997, 2006). Den historischen Erfolg von 2006, als der FC Sion als erster unterklassiger Klub den Schweizer Cup gewinnt, feiert Alain Gaspoz als Captain. 2003 debütiert Alain Gaspoz in der Nationalmannschaft von Benin, für die er zweimal den Afrika-Cup bestreitet (2004 und 2008). Seine Profikarriere im Klubfussball beendet er im Sommer 2007. Von 2007 bis 2009 ist er Spielertrainer beim Walliser Klub FC Bagnes in der 2. Liga. Im Sommer 2009 wird Alain Gaspoz Junioren-Nationaltrainer in Benin. (spe)