WM-Barometer: Legionäre

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In fünf Monaten startet die Schweizer Nati gegen Brasilien ins WM-Abenteuer. Dabei werden wohl nur Legionäre auf dem Rasen stehen. Obwohl diese derzeit vielerorts Mühe haben, die nötige Spielpraxis zu bekommen.

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Berücksichtigt wurden nur Spieler, die seit Sommer 2016 mindestens ein Länderspiel für eine Schweizer Auswahl bestritten haben. (zum Vergrössern klicken)

 
31 Schweizer Feldspieler versuchen sich diese Saison in einer von Europas Top-5-Ligen. Eine stattliche Anzahl für ein kleines Fussballland. ZWÖLF hat die Einsatzzeiten der Nati-Kandidaten in der ersten Meisterschaftshälfte untersucht. Und stellte fest: Die Mehrheit spielt in ihren Klubs nur eine Nebenrolle.

Der durchschnittliche Schweizer Feldspieler in einer Top-5-Liga muss jede zweite Partie von der Bank oder gar von der Tribüne aus verfolgen. Nur bei 46 Prozent der Hinrunden-Spiele stand er beim Anpfiff auf dem Rasen. Auffällig ist auch die hohe Verletzungsanfälligkeit: Einen Sechstel der Partien verpasst der Schweizer Kicker aus medizinischen Gründen.

Lediglich sieben Schweizer Feldspieler Granit Xhaka (Arsenal), Xherdan Shaqiri (Stoke), Nico Elvedi (Gladbach), Denis Zakaria (Gladbach), Remo Freuler (Atalanta), Ricardo Rodriguez (Milan) und Fabian Schär (Deportivo) standen bei mehr als 80 Prozent der Meisterschaftspartien in der Startformation.

Von jenen Klubs, die regelmässig auf die Dienste von Schweizern zählen, dürfen jedoch nur die allerwenigsten zufrieden sein mit dem Saisonverlauf. Viele stecken im Abstiegskampf (Deportivo, Stoke, Saint-Étienne, Toulouse). Andere wie Arsenal oder Milan bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Einzig Mönchengladbach mt dem Schweizer Trio Elvedi/Zakaria/Sommer vermag zu überzeugen.

Neustart in der Heimat
Im Hinblick auf die bevorstehende WM haben bereits einige Reservisten ihre Zelte im Ausland abgebrochen. Sie wollen Vladimir Petkovic nun in der Super League davon überzeugen, einen Platz im WM-Kader verdient zu haben. Fabian Frei und Valentin Stocker holte der FC Basel heim, Anto Grgic versucht es neu beim FC Sion. Weitere Talente spielten in ihren Klubs ebenfalls keine Rolle: Ulisses Garcia hofft neu auf Leihbasis bei Nürnberg auf Einsätze. Edimilson Fernandes bei West Ham und Shani Tarashaj bei Everton – beide schon mit Länderspielen –  sind in ihren Vereien derzeit kein Thema für das Fanionteam.

Entscheidend werden die nächsten Wochen auch für diejenigen, die von langen Verletzungen zurückkehren, namentlich Breel Embolo bei Schalke und Josip Drmic bei Gladbach. Optionen im Angriff bräuchte Petkovic nämlich dringend: Denn auch Haris Seferovic ist nach seinem fulminanten Start bei Benfica auf dem harten Boden der Realität gelandet. Seit Oktober ist sein Platz auf der Bank – und damit teilt er das Schicksal von so vielen Schweizer Legionären.

So sähe die Nati-Startaufstellung auf, wenn alleine nach Einsatzminuten aufgestellt würde:

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Um die Stärke der Liga einfliessen zu lassen, wurden die Einsatzminuten analog dem «Goldenen Schuh» der UEFA gewichtet. Für Spielminuten in einer Top-5-Liga gilt der Faktor 2, für Ligen auf den Rängen 6 bis 22 Faktor 1.5 und für tiefere der Faktor 1. Die Minutenangaben in der Grafik sind indes unbereinigte Spielminuten bis Ende 2017.

abowerbung

 

 

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