Europacup


Kleine Hoffnung

Das Teilnehmerfeld für die kommende Europacupsaison steht. YB, Basel, Lugano, Thun und Luzern sollen also den weiteren Absturz der Schweiz in der 5-Jahres-Wertung stoppen. Mehr noch: Es gilt Ränge gutzumachen, will man zukünftig nicht aussen vor bleiben. Die Chancen darauf stehen nicht gut.

Die kommende Europacup-Saison ist die letzte, in der fünf Schweizer Teilnehmer mittun dürfen. Dass die Klubs gut abschneiden, ist nun besonders wichtig: Hält die Negativtendenz der vorigen Jahre an, droht die Liga bald in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Auf 2021/22 führt die UEFA einen dritten Klubwettbewerb ein, der momentan unter dem Namen «Europa League 2» geführt wird. Die klassische Europa League ist ab dann den besten 15 Verbänden vorbehalten. Um dazuzugehören, muss sich die Schweiz – aktuell auf Rang 18 in der 5-Jahres-Wertung – rasant verbessern.

Seit 2014 hat tatsächlich kein einziger Schweizer Klub eine Europa-League-Qualifikation überstanden.

Doch das wird nicht einfach werden. Nur YB und Basel sind regelmässig im Europacup vertreten, daneben durfte sich in jüngerer Vergangenheit praktisch jeder einmal in der Qualifikation versuchen. Die Konsequenzen werden im Europacup-Artikel im aktuellen ZWÖLF aufgezeigt: Wer sich nur alle paar Jahre einen Startplatz erspielt, weist einen schlechten Klubkoeffizienten auf und gehört deshalb kaum zu den gesetzten Mannschaften. Dann bekommt man es bald einmal mit einem Gegner vom Kaliber Olympiakos’ zu tun, was die Chancen auf ein Weiterkommen drastisch reduziert. Seit 2014 hat tatsächlich kein einziger Schweizer Klub eine Europa-League-Qualifikation überstanden.

Das stimmt für die Partien im Sommer nicht eben zuversichtlich. Statt dem FC Zürich oder Sion, die im UEFA-Teamranking besser dastehen, haben sich mit Thun und Luzern zwei Klubs mit schlechtem Klubkoeffizienten für Europa qualifiziert. Dasselbe gilt für Lugano. Die Tessiner werden die Gruppenauslosung aus dem letzten Topf in Angriff nehmen und damit starke Gruppengegner erhalten. YB muss auf dem Weg in die Champions League erst ein grosses Kaliber ausschalten, der FC Basel hat sogar gleich drei Runden zu überstehen mit mindestens einem mächtigen Kontrahenten.

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Der angestrebte Platz 15 liegt für die Schweiz (noch) in Reichweite. 1,125 Punkte gilt es aufzuholen auf Zypern, Griechenland und Kroatien. Das heisst vereinfacht gesagt: Die Schweizer Klubs brauchen drei Siege mehr in einer Gruppenphase als ihre Konkurrenten. Oder sie müssen in der Qualifikation auf deren frühes Ausscheiden hoffen und gleichzeitig sämtliche lösbaren Aufgaben überstehen.

Ein ausführlicher Artikel über das Abrutschen der Schweiz in der 5-Jahres-Wertung mit einem Vergleich zur Konkurrenz ennet der Grenze, Einschätzungen zur Qualität der Super League und viel mehr  findet sich in unserer aktuellen Ausgabe #72.